• Epikutantest

Epikutantest – Zuverlässige, schmerzlose Abklärung von Kontaktallergien

Fast jeder dritte Deutsche leidet an einer Allergie. Substanzen, die einer Person nichts anhaben, können bei einer anderen starke Abwehrreaktionen hervorrufen. Deshalb sollte man beim Verdacht auf eine Allergie entsprechend testen lassen. Als Hautarzt München möchte ich den Epikutantest vorstellen, erklären welche Allergien damit festgestellt werden können und wie der Test durchgeführt wird.

Was ist ein Epikutantest

Der Epikutantest (auch Pflastertest oder Patch Test genannt) ist die Standardmethode zum Nachweis einer Kontaktallergie sowie zur genauen Bestimmung des Auslösers. Der Test erfordert keine Einstiche in die Haut, wie es beim Intrakutantest (Prick Test) der Fall ist.

Was ist eine Kontaktallergie

Bei einer Kontaktallergie (allergische Kontaktdermatitis, allergisches Kontaktekzem) reagiert die Haut allergisch auf bestimmte Substanzen, sobald diese mit ihr in Berührung kommen. Die betroffenen Stellen können rot werden, anschwellen, jucken, nässen sowie Bläschen oder Knötchen bilden. Zu den häufigsten Allergenen eines Kontaktekzems gehören Nickel (meist in Schmuck enthalten), Chrom, Duftstoffe in Kosmetika oder Chemikalien in Reinigungsmitteln.

So läuft der Epikutantest ab

Die ausgewählten allergieverdächtigen Stoffe werden in standardisierter Menge auf einzelne Testpflaster aufgetropft. Der Arzt klebt die Pflaster dann auf der oberen Rückenpartie des Patienten an. Die Allergene verbleiben 24 bis 72 Stunden auf der Haut ehe sie der Hautarzt wieder entfernt.

Solange Sie die Pflaster tragen, sollten Sie:

  • auf Baden verzichten.
  • beim Duschen den Rücken aussparen.
  • keinen Sport treiben.
  • sich nicht sonnen oder ins Solarium gehen.
  • bei Juckreiz an der Teststelle nicht kratzen.
  • darauf achten, dass das Pflaster trocken bleibt, sich nicht ablöst oder verrutscht.

Beachten Sie diese Hinweise, um ein verfälschtes Ergebnis zu vermeiden. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn sich ein Pflaster abgelöst hat.

Nach maximal 72 Stunden kann das Testergebnis auf den Pflastern abgelesen und bewertet werden. Auch die Hautreaktion wird beurteilt. Es erfolgen Ablesungen 30 Minuten nach Pflasternetnahme sowie 3-4 nach dem Testbeginn. Die große Zeitspanne ist nötig, da der Körper nicht immer sofort allergisch reagiert. Wenn nach Auswertung des Patch Tests noch verspätete Hautreaktionen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Hautarzt informieren.

Bedarf es einer speziellen Vorbereitung auf den Test?

Im Vorfeld untersucht der Arzt die Haut des Patienten. Die Testpflaster dürfen mit den Allergenen nur dann angebracht werden, wenn die Haut frei von akuten Ausschlägen und Entzündungen ist. Auch bei vorangegangenem Solariumbesuch oder Sonnenbad sollte kein Epikutantest erfolgen, weil UV-Strahlen allergische Hautreaktionen abschwächen können. Eine Schwangerschaft, die Stillzeit und bestehende Infektionskrankheiten sind ebenfalls gute Gründe, den Test zu verschieben oder gar nicht erst durchzuführen.

Außerdem müssen Sie unter anderem folgende Medikamente absetzen, da diese das Ergebnis des Hauttests beeinflussen können:

  • Bestimmte Psychopharmaka
  • Antihistaminika
  • Cortisonpräparate zur Äußeren und Inneren Anwendung.

Genaue Anweisungen dazu gibt der Dermatologe. Setzen Sie bitte nicht einfach selbst Medikamente ab, ohne vorherige ärztliche Abklärung.

Vorteile des Epikutantests

Damit lässt sich große Anzahl an potenziellen Allergieauslösern gleichzeitig in nur einer Untersuchung testen. Außerdem ist der Test schmerzlos und risikoarm. Treten allergische Reaktionen auf, so sind diese in der Regel mild und verschwinden wenige Stunden nach Entfernung der Pflaster wieder, da die getesteten Substanzen in äußerst geringer Konzentration aufgetragen werden.

Gibt es Risiken, Nebenwirkungen oder Nachteile?

Manchmal können irritative Kontaktreaktionen auftreten. Dabei handelt es sich nicht um die zu testenden allergischen Reaktionen. Kontaktreaktionen sind direkt durch die toxische Wirkung des Teststoffes bedingt. Die Hauterscheinungen sind bisweilen den allergischen Reaktionen sehr ähnlich. Ein Epikutantest sollte daher nur von einem geschulten Allergologen bewertet werden.

Außerdem kann der Epikutantest in manchen Fällen eine Sensibilisierung bewirken. Das bedeutet, dass der Patient nach dem Test auf etwas allergisch reagiert, auf das er zuvor nicht allergisch war. Zudem ist die Reproduzierbarkeit von Testergebnissen nicht immer gewährleistet. Gleiche Testungen beim gleichen Patienten können bei jeder Ausführung unterschiedliche Resultate zeigen.

Außerdem können die Ergebnisse des Patch Tests verfälscht oder schwierig zu interpretieren sein, wenn:

  • die Pflaster nicht richtig haften oder durchnässt sind.
  • der Patient allergisch auf das Pflaster selbst reagiert.
  • Testungen mit nicht-standardisierten Substanzen wie zum Beispiel Originalstoffen stattfinden.
  • die Haut im Testareal durch krankhafte Veränderungen oder UV-Bestrahlung vorgeschädigt ist.
  • Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem dämpfen oder gegen Allergien wirken.

Alle genannten Risiken und Nachteile sind allerdings ausgesprochen selten und hängen auch von einer korrekten Testdurchführung und Erfahrung des Dermatologen bzw. Allergologen ab.

Kann jeder den Epikutantest machen?

Von einem Patch Test ist abzuraten:

  • während einer akuten Ekzemerkrankung und bis zu 2 Wochen nach Genesung.
  • wenn Sie kortisonhaltige Cremes oder Medikamente verwenden.
  • wenn eine Therapie mit UV-Bestrahlung erfolgt ist und noch nicht 4 Wochen danach vergangen sind.
  • wenn in den vergangenen 12 Monaten bereits ein Epikutantest durchgeführt wurde.
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit. Der Test an sich ist nicht gefährlich, jedoch kann eine potenzielle allergische Reaktion bedenklich.

Epikutantest – Fazit

Grundsätzlich ist der Epikutantest ein sicherer, unbedenklicher Allergietest, mit dem man meist nach wenigen Tagen den allergieauslösenden Stoff identifizieren kann. Zu Komplikationen kommt es in der Regel nicht, wenn man sich an einen erfahrenen Allergologen wendet und den Anweisungen zur Vorbereitung auf den Test nachgeht.

© Katarzyna Leszczynsk – stock.adobe.com

2020-09-14T10:01:36+02:00Allgemein|
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